Ist ein Kat-Ausbau (Decat) in Deutschland legal?
Ein Decat ist in Deutschland auf öffentlichen Straßen nicht legal. Der Katalysator gehört zur genehmigten Abgasreinigung (§ 47 StVZO) - ohne ihn stimmen Abgas- und meist auch Geräuschwerte nicht mehr, die Betriebserlaubnis erlischt.
Warum?
Anders als bei Fahrwerk oder Auspuffendtopf gibt es für den Kat-Ausbau keinen Genehmigungsweg: Die Abgasvorschriften des § 47 StVZO setzen die Emissionswerte der Typgenehmigung voraus, und die sind ohne Katalysator nicht einzuhalten. Ein Decat-Rohr hat deshalb weder ABE noch Teilegutachten - es ist durchweg als „nur Motorsport" deklariert.
Die Folgen sind entsprechend deutlich: erloschene Betriebserlaubnis nach § 19 StVZO, keine Chance bei der Abgasuntersuchung der HU, Bußgeld und Punkte bei Kontrollen, dazu die Lärmschiene über § 49 StVZO, weil ein Decat fast immer auch die Geräuschwerte reißt. Im Schadensfall kann der Versicherer Regress nehmen.
Wer mehr Durchsatz will, hat legale Optionen: Sport-Katalysatoren (z. B. 200 Zellen) mit EG-Genehmigung bzw. Teilegutachten und Abnahme für das konkrete Fahrzeug, oder komplette Downpipes mit genehmigtem Kat. Der komplett katlose Aufbau bleibt der Rennstrecke vorbehalten - dann aber konsequent ohne Straßenzulassung.
Wovon die Legalität abhängt
- Der Katalysator ist Teil der Abgasreinigung - sein Ausbau ist auf der Straße nicht genehmigungsfähig.
- Mit Decat erlischt die Betriebserlaubnis; die HU ist nicht zu bestehen.
- Es drohen Bußgeld, Punkte, Stilllegung und Ärger mit Steuer und Versicherung.
- Auch „200-Zellen-Sportkats" brauchen eine Genehmigung für dein Fahrzeug.
- Für Rennstrecke gilt: Umbau ja, aber das Fahrzeug verliert die Straßenzulassung.
Das Kraftfahrt-Bundesamt stellt seit dem 20. Juni 2025 keine neuen Teilegutachten mehr aus. Neu auf den Markt gebrachte Teile bekommen stattdessen eine Teiletypgenehmigung (TTG), erkennbar an einer sechsstelligen KBA-Nummer; die ABE mit ihrer fünfstelligen Nummer bleibt davon unberührt. Bereits ausgestellte Teilegutachten gelten noch bis zum 20. Juni 2028 und danach nur noch für die Einzelabnahme nach § 21 StVZO. Teile, die vorher verbaut und abgenommen wurden, behalten ihre Gültigkeit.
Legale Alternativen
- Sportkat (HJS, Wagner & Co.) mit Genehmigung und Abnahme - legal mehr Durchsatz.
- Genehmigte Downpipe mit Sportkat statt katlosem Rohr.
- Reines Track-Setup: Decat nur auf abgesperrter Strecke, Rückrüstung für die Straße.
Hängt es vom Auto ab?
Nein. Das Verbot ist fahrzeugunabhängig - jedes Auto mit Straßenzulassung braucht seine genehmigte Abgasreinigung. Unterschiede gibt es nur bei den legalen Sportkat-Optionen, die es nicht für jedes Modell gibt.
Weitere Legalitäts-Guides
Quellen
- § 47 StVZO - Abgase (gesetze-im-internet.de)
- § 19 StVZO - Erteilung und Wirksamkeit der Betriebserlaubnis (gesetze-im-internet.de)
- § 49 StVZO - Geräuschentwicklung und Schalldämpferanlage (gesetze-im-internet.de)
- Ab 20. Juni 2025: Teiletypgenehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes löst Teilegutachten ab (KBA)
Quellen zuletzt geprüft Juli 2026.
Diese Seite ist allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung, zu den Regeln in Deutschland für Kat-Ausbau (Decat). Details hängen vom konkreten Fahrzeug ab und ändern sich - kläre Umbauten vor dem Einbau mit deiner Versicherung und deine Prüfstelle (TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS).